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Die KroneZeitungsartikel

SCHEIDENSCHMERZ

By 3. November 2015Mai 23rd, 2024No Comments

Chronische Beschwerden imweiblichen Intimbereich – Symptome, Ursachen und Behandlung der „Vulvodynie“

Chronische Schmerzen im Bereich der Scheide (medizinisch: Vulva) machen viel mehr Frauen das Leben zur Hölle, als angenommen. Nicht nur das Sexualleben leidet unter dieser „Vulvodynie“ genannten Krankheit, sondern auch im Alltag wirkt sich das Problem ausgesprochen unangenehm aus!

Die Symptome werden recht unspezifisch als Brennen, Stechen, „Entzündung“ oder elektrisierend beschrieben. Viele Frauen berichten von einem Ausstrahlen in Unterbauch, Harnröhre, Enddarm und After. Bei der gynäkologischen bzw. urologischen Untersuchung ist allerdings sehr häufig überhaupt keine krankhafte Veränderung feststellbar.

Gerade das führt unter anderem auch zu psychischer Belastung: Weil die Ärzte trotz ausgeprägten Schmerzsymptomatik „nichts finden“, fühlen sich viele Patientinnen nicht ernst genommen bzw. von ihren Therapeuten vernachlässigt. Das wäre kaum der Fall, würde bei Verdacht auf Vulvodynie grundsätzlich eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden. Manche Ärzte halten sich mit dieser Methode zur Diagnosestellung zurück. Tatsächlich aber ist das Ergebnis einer bioptischen Untersuchung mit Gewebeanalyse (Histologie) zur Abklärung der Ursache bzw. begleitender Autoimmunerkrankungen unverzichtbar!

Erfahrungsgemäß leiden nämlich Patientinnen mit Vulvodynie oft an einer Störung, die sich in einer Aktivierung sogenannter Mastzellen zeigt. Man kann in diesem Fall durch den Biopsie-Test eine erhöhte Zahl solcher Gewebezellen nachweisen.

Zu den Begleitkrankheiten des chronischen Scheidenschmerzes gehören zum Beispiel Allergien (Histaminunverträglichkeit, Pollen-, Medikamenten- Nahrungsmittelallergie usw.) sowie anderen Autoimmunleiden (die Körperabwehr richtet sich gegen eigenes Gewebe) wie Neurodermitis, Psoriasis oder Lichen planus. Die Gewebeuntersuchungen zeigen in allen Fällen starke Ähnlichkeiten. Eine Schlüsselrolle spielen die erwähnten Mastzellen. Sie speichern unter anderem Substanzen wie Histamin, Bradykinin und Tryptase, die als Auslöser von Entzündungen bekannt sind. Bei Aktivierung dieser Mastzellen werden diese Stoffe freigesetzt und führen zur direkten Reizung von bestimmten Nervenfasern – die Folge ist der Schmerz, der vielfach chronisch wird.

Die Behandlung besteht aus mehreren Maßnahmen. Zunächst werden als Soforthilfe zur örtlichen Betäubung eine Salbe mit einem lokalen Betäubungsmittel (etwa Lidocain) sowie östrogen- und hyaluronsäurehaltige Präparate aufgetragen. Dazu kommen bei längerem Verlauf spezielle Schmerzmittel zur Beruhigung der irritierten Nerven. Gegen die Aktivierung der Mastzellen bewährt sich entweder eine Salbe, die auf die Mastzellen wirkt oder eine antiallergische Therapie mit Antihistaminika etc.

Zusätzlich empfehle ich gerne auch physikalische Maßnahmen mit Biofeedbacktraining des Beckenbodens, Radiofrequenztherapie und Neuromodulation, um den quälenden Schmerzen nachhaltig zu begegnen.

 

Vorübergehende Schließung der Praxis


Liebe Patientinnen und Patienten,

aufgrund gesundheitlicher Gründe muss ich meine Ordination mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres geschlossen halten. Termine können derzeit leider nicht vereinbart oder wahrgenommen werden.
Dies ist für mich und mein Team ein schwieriger Schritt, aber meine persönliche Situation erfordert diese Maßnahme, um meine Genesung in den Vordergrund zu stellen.

Für bestehende Patienten:

  • Medizinische Unterlagen: Ihre Patientendaten und Befunde werden selbstverständlich vertraulich und sicher aufbewahrt. Informationen zur Übermittlung Ihrer Unterlagen können auf schriftliche Anfrage (z.B. E-Mail-Adresse) übermittelt werden.
  • Weiterbehandlung: Bitte suchen Sie zur Fortführung Ihrer Behandlung oder bei akuten Beschwerden eine andere Wahlarztpraxis bzw. einen niedergelassenen Kollegen/eine niedergelassene Kollegin Ihres Vertrauens auf.

Für Neuanfragen:

  • Momentan können keine neuen Patienten aufgenommen werden. Bitte wenden Sie sich an eine andere Praxis.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre langjährige Treue. Sobald es Neuigkeiten bezüglich einer Wiedereröffnung gibt, werde ich Sie umgehend an dieser Stelle informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Dr. Yas Palli-Razmara

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